Jan Schnoor Gedenkseite

Eigentlich hatten  hier mal Jans Freunde Ihre Erlebnisse mit Jan erzählt, aber auch das wurde weg gehackt. Es tut mir auch für Euch leid. Jetzt werde ich hier von meinen Träumen erzählen.
Unser größter Traum ist natürlich Jan wieder so bei uns zu haben, wie auf dem Video, aber das wird nur ein Traum bleiben.

                                                       

Ich habe gelernt...
Leid zu ertragen
Schmerzen zu verbergen
und mit Tränen in den Augen zu lachen....

nur um den anderen zu zeigen,
das es mir "GUT" geht
und um sie glücklich zu machen....

 

Mein erster Traum von Jan!


Ich bin ein Mensch,der sehr viel träumt.Meine Träume sind sowas wie Barometer,sie zeigen mir immer an,wenn etwas in meinem Leben nicht richtig läuft.In Jans Erkrankung habe ich fast gar nichts geträumt,jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern.Ich war körperlich und emotional einfach fertig.Ich bin jeden Abend wie eine Tote ins Bett gefallen.
Den ersten Traum den ich dann hatte,war von Jan.Es war etwa eine Woche bevor Jan starb.Ich träumte,dass Jan gestorben war.Ich bin aufgewacht und fühlte nichts.Bei Albträumen hat man doch angst oder ist froh,das man aufgewacht ist.Ich war verwirrt.Ich habe keinem von diesem Traum erzählt,erst viel später.Als Jan starb,sah er genauso aus wie in meinem Traum.Er lag genauso da,es fehlte nur das bunte Kopfkissen,sonst war alles gleich.Ich habe viel darüber nachgedacht,was der Traum bedeuten sollte.Ich weiß heute,das es ein Zeichen von Jan war,oder mein Unterbewußtsein,das mir sagen wollte:Mama,es wird Zeit das du los läßt.Ich werde nicht mehr lange bei Dir sein.


 

Judith und mein Traum!


Judith und ich hatten einen Traum,über den wir lange nachgedacht haben.Wir wollten Jan für alle sichtbar bei uns tragen.Wir wollten ein Tatoo für Jan.Wir haben über 3 Jahre gebraucht,diesen Traum in die Tat umzusetzen.Ich wußte,wenn ich mir ein Tatoo mache,könnten es alle sehen und dann würden Fragen kommen.Und so war es auch.Ich gehe einmal die Woche zur Aquaaerobic und die wußten nicht,das mein Kind Tod war.Ich habe es dort nicht erzählt,weil es der einzige Ort war,an dem ich nicht die Mutter eines toten Kindes war.
Es sollte unser Rücken werden.Wir können es nicht sehen ,wissen aber genau ,das es da ist.Genau so wie bei Jan,denn den können wir auch nicht mehr sehen,wissen aber das er immer in unseren Herzen ist.
Wir machten also einen Termin,erst für mich und dann für Judith.Es ist ein Teil unser Trauerarbeit geworden,denn jetzt teilen wir nicht nur die Liebe zu Jan,sondern tragen ihn auch gemeinsam auf dem Rücken.Judiths Tatoo unterscheidet sich nur darin,das sie nur ein J und einen Stern daneben hat.Wir haben uns bei ihr für den Stern entschieden,weil Jan für Jolina ein Stern ist.

Es ist mir egal ,ob mich Leute für crassy halten.Ich finde es auch verrückt,dass ich mein Kind auf dem Friedhof finde.Jetzt bin ich bereit über mein totes Kind zu sprechen und mit diesem Tatoo habe ich ein Zeichen gesetzt.Meine Tochter hat mir gesagt,"Mama,ich bin ganz stolz darauf,das ich das Tatoo mit dir teile".Ich bin auch ganz stolz auf meine Große,denn sie war immer für mich da,wenn ich am Boden lag.Sie war oft die einzige,die mir ihre Hand gereicht hat und mich aus meinem tiefen Loch rausgezogen hat.Trauer kann auch verbinden und uns hat sie noch mehr zusammen geschweißt.Jan wäre stolz auf uns.

Jan war Tod .Jede Sternenkindereltern wünschen sich nichts mehr,als von ihrem  Sternenkind zu träumen,weil sie in unseren Träumen wieder lebendig werden.Mein nächster Traum von Jan war ein Traum,um seine Krankheit zu verarbeiten.
Ich bin gelaufen,denn es war jemand hinter mir her.Ich lief und lief,bis endlich unser Zuhause in Sicht kam.Ich konnte ihnen gerade noch die Tür vor der Nase zuschlagen.Aber dann mußte ich leider entdecken,das unsere Haustür ein riesiges Loch hatte.Ich schaffte es  nicht,dass sie draußen blieben.Jan war in seinem Zimmer im Bett.Er hatte wie immer seinen Lieblingsschlafanzug an.Ich sehe es genau vor mir.Ich rief ihm zu:"Jan,versteck dich".Denn ich wußte,sie wollten eigentlich nichts von mir.Sie wollten Jan.Sie drängten mich bei Seite und rissen Jan aus dem Bett und nahmen ihn mit.Ich schrie und schlug auf sie ein.Ich sagte,"das könnt ihr doch nicht machen.Jan ist krank,er hat einen Gehirntumor,lasst ihn in Ruhe".Aber sie nahmen ihn einfach mit und dann bin ich aufgewacht.Ich fand diesen Traum ganz furchtbar und wollte nie wieder von Jan träumen.Ich weiß heute,dass es die Krankheit war und das ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt habe.

Jan schlich sich oft in meine Träume,ich nahm ihn immer am Rande wahr.Ich war aber nicht mehr bereit von ihm zu träumen.Ich wollte ihn nicht mehr in meinen Träumen haben,denn es tat einfach zu weh,aber davon läst sich Jan natürlich nicht abhalten.

                                                                                                                                    9.12.13
Es gibt Träume die heilen und so einen Traum hatte ich.Er war sehr chaotisch mein Traum ,ich bin weg gelaufen und plötzlich war ich am Strand.Es war wunderschön dort.Die Sonne schien und spiegelte sich im Wasser,der Strandsand unter mir war weiß und warm.Ich hatte in diesem Moment das Gefühl angekommen zu sein .Etwas in mir sagte mir dreh dich um.Und ich tat es !Da war Jan ,als ich mich umdrehte.Er stand einfach da und lächelte mich an.Er sagte nix und trotzdem konnte ich ihn hören.Mama,es geht mir gut!Alles ist gut!Es war so ein Traum ,wie der als er mir sagte ,Mama lass mich los,aber diesmal bin ich glücklich auf gewacht.Ich weiß Jan wird immer bei mir sein und wenn er möchte kommt er mich auch besuchen.

Es gab Träume von Jan ,die ich schwer beschreiben kann.Er war dann in meinem Träumen gesund und muter.Und irgendwann im Traum dämmerte mir dann ,das  das nicht real war.Aber es fühlte sich real an.Ich hatte bei diesen Träumen immer das Gefühl Zeit verschenkt zuhaben.Ich kanns nicht beschreiben.